JOSEPH HAYDN

13 OPERE

La fedeltà premiata

Dramma giocoso

Haydn13

Operndaten

Originaltitel im Textbuch

LA FEDELTA PREMIATA . DRAMMA GIOCOSO PER MUSICA. DA RAPPRESENTARSI NELL' APERTURA DEL NUOVO TEATRO DI S. A. IL PRINCIPE NICOLO D' ESTERHAZY DI GALANTHA. L' AUTUNNO DELL' ANNO 1780. 

Das Textbuch in der Neuauflage von 1782 trägt folgenden Titel:
LA FEDELTA PREMIATA. DRAMMA PASTORALE GIOCOSO. MUSICA DEL SIG. GIUSEPPE HAIDEN. DA REPRESENTARSI IN ESZTERHAZ L'ANNO, 1782.

Ab der 2. Fassung 1782 wird Haydn erstmals am Titelblatt des Textbuches angeführt!

Ordnung
III. Periode 10. Oper / Reihe XXV:10 / Hob. XXVIII:10
Operntypus
Dramma giocoso per musica (1780) | Dramma pastorale giocoso (1782) / Opera semiseria
Anzahl der Akte
3
Anlass der Komposition

Anlässlich der Eröffnung des nach dem Brand wiedererrichteten fürstlichen Opernhauses.

Kompositionsjahr
1780 und 1782
Uraufführung
25. Februar 1781 der 1. Fassung. September 1782 der 2. Fassung.
Ort der Uraufführung
Fürstliches Opernhaus auf Schloss Esterház
Anzahl der Aufführungen

Mit 36 Aufführungen gehört La feldetà premiata zu den am meist gespielten Opern am Fürstenhof. Die 1. Fassung wurde nur im Jahre 1781 aufgeführt, aber zwischen Februar und September 1781 ganze 17-mal (allein im März 1781 8-mal!). Demnach wurde die 2. Fassung zwischen September 1782 und dem letzten Mal, am 29. Juni 1784 19-mal aufgeführt. Ein interessantes Detail, welches wesentlich ist, ist das Faktum, dass zwischen dem 26. Februar 1784, dem Premierendatum der Armida  und der letzten der rund 30 Aufführung des Orlando paladino im Oktober 1784, "die" drei Opern der III. Periode parallel aufgeführt wurden.

Partitur

La fedeltà premiata - Dramma pastorale giocoso
1. und 2. Halbband
Herausgeber: Günter Thomas; Reihe XXV, Band 10;
1968, G. Henle Verlag München

Status der Partitur
Vollständig
Informationen zur Partitur

Das Autograph ist nur fragmentarisch erhalten. Die Oper konnte aber dank einer authentischen Abschrift, die in der Biblioteca Nazionale Universitaria di Torino aufgefunden wurde, rekonstruiert werden.
In der Henle-Partitur von 1970 (mitsamt dem "Kritischen Bericht"), der einzigen, derzeit erhältlichen Urtextausgabe dieser Oper, weist der Herausgeber Günter Thomas 23 auf die verschiedenen Fassungen hin und stellt dieses Faktum auch "als besonderes Problem" dar. Das mag sicher im Bezug auf die Edition dieser Partitur aus verschiedenen Quellen stimmen, nicht jedoch hinsichtlich des Beweggrundes, der Haydn zum Erstellen der verschiedenen Fassungen veranlasste.
Wo liegen also die für diese Homepage bzw. für Aufführungen relevanten Unterschiede der zwei Fassungen von 1781 und 1782?
Sie finden sich vor allem in den Arien zweier Rollen: Die der Fillide / Celia und der des Grafen Perrucchetto .
Um eine Erklärung dafür zu erhalten, muss man die Ensemblesituation in dieser Zeit beleuchten. 1780, also das Jahr der Komposition von La fedeltà premiata , markiert den Beginn der III. Periode. Zum letzten Mal hat Fürst Nikolaus das Sänger-Ensemble Haydns (fast) vollständig ausgewechselt. Für dieses erste neue Ensemble mit den Premierensängern Anna Maria Jermoli, Guglielmo ]ermoli, Teresa Taveggia, Benedetto Bianchi, Costanza Valdesturla, Leopold Dichtler, Antonio Pesci, Costanza Valdesturla konzipierte er die 1. Fassung, die, wie bekannt, im Februar 1781 zur Aufführung gelangte. 
Doch in diesem Jahr 1781 sollten noch einmal Auswechslungen im Sänger-Ensemble stattfinden. Das Ehepaar Jermoli verließ den Hof endgültig. Somit musste Haydn die Hauptrollen der Fillide / Celia und des Fileno neu besetzten, was er mit der grandiosen Metilda Bologna bzw. mit Antonio Spezioli exquisit bewerkstelligen konnte. Auch Teresa Taveggia quittierte die Arbeit, was zu einer Neubesetzung der Amarante führte. Maria Antonia Specioli, die Ehefrau von Antonio Specioli übernahm diesen Part. Des Weiteren verließ Antonio Pesci, seines Zeichens Melibeo , die Hofmusik und wurde durch Domenico Negri nachbesetzt. Doch einen der gewichtigsten Partitureingriffe nahm Haydn nach dem Abgang Benedetto Bianchis vor. Mit seiner Nachbesetzung durch Vincenzo Moratti änderte Haydn ein wenig den Charakter der Bass-Rolle des Grafen Perrucchetto . Die Talente eines Vincenzo Moratti mussten Haydn tief beeindruckt haben. So transponierte er die erste Arie des Perrucchetto vom Bass in den Tenor, und verschob den Charakter noch mehr in Richtung buffa durch die Änderung der Taktart vom C zum tänzerischen 3 / 4 . Wie sehr Haydn dem schauspielerischen Talent eines Moratti "nachkomponierte", erkennt man besonders gut in der nächsten Oper Orlando paladino , in der Rolle des Pasquale . Eine ebenso wichtige Anpassung erfuhr die Rolle der Fillide / Celia . Haydn durfte sie höher transponieren, was dem dramatischen Charakter dieser Rolle besser entspricht. Metilda Bolognas Talent sei es gedankt. Diese Sängerin wird in der Folge zu einer der wichtigsten in Haydns Opernschaffen und ihn zur "sängerspezifischen" Konzeption der Rollen Angelica im Orlando paladino und Armida inspirieren. Spätestens mit der Rückkehr einer Barbara Ripamonti 1784 wird man - wenn auch nur zwei Jahre lang - "vom" Haydn-Ensemble schlecht hin reden können.
Was die "übrigen problematischen" Änderungen anbelangt, von denen Günter Thomas sprach beziehen sich jene auf Korrekturen und/oder Kürzungen, die der Interpret letztendlich bewerten muss. Man kann aber damit Haydns Absichten recht genau verfolgen. Die verschiedenen Änderungen (durch Vi-de oder ossia gekennzeichnet) basieren wohl auf Erfahrungen, gewonnen aus der ersten Aufführungsserie der 1. Fassung.

Personen

Opernkapitel Premiata 1

Personen

Stab der III. Periode
Ensemble der III. Periode
Opernrollen
Fillide / Celia Sotto il finto nome di Celia, amante di Fileno Sopran Sopran
Fileno Amante di Fillide Tenor
Amaranta Donna vana e boriosa Sopran
Conte Perrucchetto Uomo di amore stravagante Bass
Nerina Ninfa volubile in amore, innamorata di Lindoro Sopran
Lindoro Fratello di Amaranta, addetto à servigj del Tempio, innamorato prima di Nerina, e poi di Celia Tenor
Melibeo Ministro del Tempio di Diana, innamorato di Amaranta Bass
Diana   Sopran
Besetzung / Interlocutori
Orchestrierung
1|2|0|1 – 2|(2) – 1 – Str.
Besetzung Orchester
1|2|0|1 – 2|0 – 1 – Str.
Anzahl der Orchestermusiker
1|2|0|1 – 2|0 – 1 – Str.(6|4|2|2|2)
Besetzung
Flöte Zacharias Hirsch
Oboe Vittorino Colombazzo, Zacharias Pohl
Fagott Joseph Steiner
Horn Martin Rupp, Anton Eckhart
Pauke Caspar Peczival
Violine/Viola Luigi Tomasini (KM), Nicolò Mestrino, Antonio Rossetti, Franz Menzel, Peter Fux, Joseph Purcksteiner, Joseph Hofmann, Joseph Dietzl, Franz Pauer, Joseph Oliva, Christian Specht (Viola), Vito Ungricht (Viola)
Violoncello Anton Kraft, Valentin Bertoja
Kontrabass Johann Dietzl, Carl Schiringer 

Textbuch

Opernkapitel Premiata 2

Textbuch

Textbuch

Haydns Libretto basiert auf Giambattista Lorenzis "L’infedeltà Fedele", das Domenico Cimarosa in der gleichnamigen Oper (Commedia per musica) von 1779 verarbeitete. Die Titeländerung von "L'infedeltà fedele" in La fedeltà premiata wurde wahrscheinlich deshalb gewählt, um etwaigen Verwechslungen mit der "Ausgangsoper" von Cimarosa vorzubeugen. Haydn hat dabei einige Szenen umgebaut, zwei Rollen zu einer zusammengefasst ( Nerina "enthält" auch die Rolle der Viola) und auch gestrichen bzw. ersetzt, vor allem aber Esterház-tauglich gemacht. Will heißen: Der oft derbe neapolitanische Dialekt wurde in italienische Hochsprache übertragen. 

Bearbeitung des Librettos
Unbekannt
Mutazione di scene

In der Fassung 1782:
NELL' ATTO PRIMO
Bosco sacro a Diana. Gran tempio ed ara nel mezzo. Lateralmente altre piccole are rusticamente costrutte, ed ornate di fiori, sulle quali ardono i fuochi sagri. Gran marmo in un lato, ov' è scritto l'oracolo. 
Giardino magnifico ornato di statue e fontane. Gran scalinata in prospetto per cui s'ascende ad altro delizioso giardino. 
Boschetto.
Bosco ombroso.

NELL' ATTO SECONDO
Boschetto. 
Montuosa. 
Orrida grotta.

NELL' ATTO TERZO
Atrio.
Campagna con lago in prospetto, da cui sorge un mostro, che si trasforma in un grottesco, ove comparisce Diana, cambiandosi pure nel medesimo tempo la scena tutta in magnifico tempio dedicato alla dea. 
L'azione si finge nelle campagne di Cuma.

Opernteile

Opernkapitel Premiata 3

Opernteile

    1. Sinfonia
ATTO PRIMO      
      SCENA I
    2. Introduzione Coro Nerina e Soprano, Lindoro e Tenore, Melibeo e Basso
Bella Dea   
      (Introduzione) Melibeo   Tacete  
      SCENA II
      (Introduzione) Amaranta Prendi, prendi o Cintia 
      (Introduzione) Coro Amaranta , Nerina  e Soprano, Lindoro  e Tenore, Melibeo  e Basso Bella Dea 
    3. Recitativo Melibeo , Amaranta , Nerina , Lindoro   Non più 
      SCENA III
      (Recitativo) Amaranta , Lindoro , Melibeo  
Melibeo, a dispetto die quella impertinente  
    4. Aria Lindoro   Già mi sembra 
      SCENA IV
    5. Recitativo Melibeo , Amaranta   Di tuo fratello 
    6. Aria e Recitativo accompagnato Amaranta , Melibeo  
Per te m'accese amore 
    7. Aria Perrucchetto Salva, salva … aiuto, aiuto 
    8. Recitativo Melibeo , Perrucchetto , Amaranta  
Signor, per ristorarvi 
    9. Aria Melibeo   Mi dica, il mio signore 
      SCENA V
    10. Recitativo Perrucchetto , Amaranta   Corpo di Bacco! 
      SCENA VI
    11. Aria Fileno Dove, o Dio 
    12. Recitativo Fileno   Chi mai provò nell’alma 
      SCENA VII
      (Recitativo) Nerina , Fileno   Che amabil giovinetto! 
    13. Aria Nerina   E' Amore di natura 
      SCENA VIII
    14. Aria Celia Placidi ruscelletti 
    15. Recitativo Celia   Misera Fille 
      SCENA IX
      (Recitativo) Nerina , Melibeo , Fileno , Celia  
Vedi colei, che dorme? 
      SCENA X
      (Recitativo) Lindoro , Melibeo , Fileno , Celia  
Lo vedi quel briccone? 
      SCENA XI
      (Recitativo) Amaranta , Perrucchetto , Celia , Fileno , Melibeo , Lindoro  
Cosa fu? Che rumore?  
    16. Aria Fileno   Miseri affetti miei 
      SCENA XII
    17. Recitativo Amaranta , Lindoro , Celia , Melibeo , Perrucchetto  
È partito  
      SCENA XIII
      (Recitativo) Amaranta , Perrucchetto , Nerina , Lindoro  
Perfido conte 
    18. Aria Amaranta   Vanne… fuggi… traditore! 
      SCENA XIV
    19. Recitativo Melibeo , Celia   Non occorrono pianti 
      SCENA XV
      (Recitativo) Celia , Nerina   Misera me, qual legge! 
    20. Aria Celia   Deh soccorri un infelice 
      SCENA XVI
    21. Recitativo Nerina , Perrucchetto   Ah, pur troppo m'avveggo 
    22. Aria Perrucchetto   Coll'amoroso foco 
      SCENA XVII
    23. Recitativo Amaranta , Melibeo   E si sdegna di più! 
    24. Finale Amaranta , Lindoro , Melibeo  
Questi torti, questi affronti 
      (Finale) Celia , Lindoro   Ah non tremarmi tanto 
      (Finale) Amaranta , Nerina , Lindoro , Perrucchetto , Melibeo  
Ah villana 
      (Finale) Celia , Amaranta , Lindoro , Perrucchetto , Melibeo  
Lasciami  
      (Finale) Celia , Amaranta , Fileno , Perrucchetto , Melibeo  
Se non si trova, oh dio 
      (Finale) Celia , Amaranta , Fileno , Lindoro , Perrucchetto , Melibeo  
T'intendo, si, spietata 
      (Finale) Celia , Amaranta , Nerina , Fileno , Lindoro , Perrucchetto , Melibeo  
Aiutatemi  
       
ATTO SECONDO      
      SCENA I
    25. Recitativo Celia , Fileno , Nerina   Numi, pietà 
      SCENA II
      (Recitativo) Melibeo , Nerina , Lindoro   Pur ti ritrovo alfine
    26. Aria Lindoro   Non vi sdegnate 
    27. Recitativo Nerina , Melibeo   E chi potrà soffrire 
      SCENA III
      (Recitativo) Amaranta , Perrucchetto , Melibeo   Non odo 
      SCENA IV
      (Recitativo) Melibeo , Nerina   A me simile affronto 
    28. Aria Melibeo   Sappi, che la bellezza 
      SCENA V
    29. Recitativo Nerina , Fileno , Celia , Lindoro   Venga Fileno pur 
    30. Aria Fileno   Se da'begli occhi tuoi 
      SCENA VI
    31. Recitativo Nerina , Lindoro , Celia   Già la fera è ne' lacci
    32. Aria Nerina   Volgi pure ad altr’oggetto
      SCENA VII
    33. Recitativo Celia , Lindoro   Ah quali acerbi detti!
      SCENA VIII
      (Recitativo) Melibeo , Amaranta , Perrucchetto , Lindoro , Fileno  
Ecco, amici, le selve
    34. Coro di cacciatori Soprano, Tenoro, Basso
Più la belva nel bosco non freme
    35. Recitativo Melibeo , Lindoro , Perrucchetto , Amaranta   Al tempio
    36. Aria Perrucchetto   Di questo audece ferro
    37. Coro di cacciatori Soprano, Tenoro, Basso
Più la belva nel bosco non freme
      SCENA IX
    38a. Recitativo accompagnato Fileno   Bastano, bastano i pianti
    38b. Aria and Recitative accompagnato Fileno   Recida il ferro istesso
      SCENA X
    39a. Recitativo Celia , Nerina   Amica, favellasti con Fileno?
    39b. Recitativo accompagnato Celia   Ah come il core
    39c. Aria Celia   Ombra del caro bene
      SCENA XI
    40. Recitativo Melibeo , Nerina   E Fileno?
      SCENA XII
      (Recitativo) Nerina , Perrucchetto   Ah tu, pietoso amore
      SCENA XIII
      (Recitativo) Nerina , Melibeo , Amaranta , Lindoro  
Ecco, eseguiti sono i cenni tuoi
    41a. Recitativo accompagnato Amaranta   Barbaro Conte
    41b. Aria Amaranta  Dell'amor mio fedele
      SCENA XIV
    42. Recitativo Nerina , Melibeo , Fileno , Lindoro   Ah temo, il tuo periglio
    43. Finale Nerina , Fileno , Lindoro   Quel silenzio e quelli pianti
      (Finale) Amaranta , Nerina , Fileno , Lindoro  
Si vada ... si soccorra ...
      (Finale) Amaranta , Nerina , Fileno , Lindoro , Melibeo  
Queste due vittime
      (Finale) Amaranta , Nerina , Celia , Fileno , Lindoro , Perrucchetto , Melibeo  
Perfido cielo ingrato
      (Finale) Amaranta , Nerina , Celia , Fileno , Lindoro , Perrucchetto , Melibeo  
Via si vada
       
ATTO TERZO      
      SCENA I
    44. Recitativo Celia , Fileno   Del mio Fileno in odio
    45. Duetto Celia , Fileno   Ah se tu vuoi, ch'io viva
      SCENA II
    46. Recitativo Melibeo , Perrucchetto   Pastori in sulla sponda
      SCENA III
      (Recitativo) Amaranta , Melibeo , Lindoro , Perrucchetto  
Amici olà, fermate
      SCENA IV
      (Recitativo) Lindoro , Melibeo   Ah pietà
      SCENA V
      (Recitativo) Lindoro   Chi vide mai nel mondo
      SCENA VI
      (Recitativo) Amaranta , Perrucchetto   Misera, è questo il lago
      SCENA VII
      (Recitativo) Melibeo , Celia , Perrucchetto , Amaranta  
Pastori, il suo flagello
      SCENA VIII
      (Recitativo) Fileno , Celia , Amaranta , Lindoro , Melibeo , Perrucchetto  
Amici, si sospenda
      SCENA ULTIMA
    47a. Recitativo accompagnato
Melibeo , Celia , Amaranta , Fileno , Lindoro , Perrucchetto , Diana
Misero me!
    47b. Coro Soprano, Celia , Tenore, Basso Quanto più diletta

Inhalt

Opernkapitel Premiata 4

Inhalt

Erster Akt
Eine Gruppe von Nymphen und Schäfern hat sich in Cuma, einem idyllischen Landstrich bei Neapel, um den Tempel der Göttin Diana versammelt und bittet die Göttin um Barmherzigkeit.
Derweil heißt der Tempelpriester Melibeo Amaranta willkommen, die der Göttin zwei Tauben zum Opfer darbringen will. Dabei klärt sie Melibeo über einen folgenschweren Fluch auf, der in einer Inschrift festgehalten ist: Wegen des Verbrechens einer Dianapriesterin müsse dem Moloch im Avernersee jedes Jahr ein Liebespaar geopfert werden, bis eine heldenhafte Seele sich freiwillig dem Tode weihe. Schon zehnmal habe das Ungeheuer seine Opfer verschlungen, und die nächste Opferung stünde unmittelbar bevor.
Dies erläutert der Tempelpriester Amaranta, auf die er ein Auge geworfen hat, mit dem Zusatz, dass Priester von diesem Gesetz ausgenommen sind. Damit beginnt auch Melibeos Liebeswerben um Amaranta, die zum Schein sogar auf die Avancen eingeht, doch nur um eines zu erreichen: Sie will Melibeos Gunst nutzen, um mit seiner Hilfe eine Heirat ihres Bruders Lindoro mit Celia zu erwirken. Lindoro ist zwar mit Nerina verlobt, doch will er dann doch die erst kürzlich in die Gemeinschaft gekommene Celia haben.
Die Nymphe Nerina hingegen beklagt sich bei Amaranta bitter über Lindoro, der ihr seit dem Erscheinen Celias keine Beachtung mehr geschenkt hat. Melibeo willigt Amarantas Plan ein, sehr zur Freude Lindoros.
Allerdings erhält Melibeo unverhofft einen Konkurrenten bei Amaranta: Ihre vorgetäuschten Liebesbeteuerungen werden durch die Ankunft des Grafen Perruccheto unterbrochen, der offensichtlich von Räubern verfolgt wird. Kaum in Sicherheit, beginnt er Amaranta den Hof zu machen, die an dem Grafen ebenfalls Gefallen findet. 
Fileno ist verzweifelt. In Nerina findet er eine mitfühlende Leidensgenossin, der er seine Geschichte erzählt: Seine Verlobte Fillide ist kurz vor der Hochzeit von einer Schlangen gebissen worden und daran gestorben. Seither irrt er, von Todessehnsucht begleitet, in der Wildnis umher. 
Auch sie erzählt ihm ihre Geschichte vom Geliebten Lindoro, der aber Gefallen an einer gewissen Celia gefunden habe und sie daher verlassen will. Fileno bietet Nerina seine Hilfe an, die ihn ihrerseits bittet, dann Celia zu überreden, von Lindoro zu lassen. Beide wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Fillide und Celia ein und dieselbe Person ist.
Derweil hütet Celia ihre Schafe und beklagt ihr Schicksal: Ihr Geliebter Fileno - der sie seinerseits für tot hält - sei verschwunden, während sie selbst unter dem angenommenen Namen Celia umherreist, um ihn zu suchen. Sie schläft ein. Inzwischen tritt Fileno selbst auf, von Nerina geführt. Zuerst verjagt er den feigen Lindoro, der eifersüchtig die schlafende Celia bewachen will, dann nähert er sich dem Mädchen. Als sie erwacht, erkennen sie einander. Celia aber bemerkt Lindoro und den Priester Melibeo, die im Hintergrund das Geschehen beobachten. Blitzschnell erkennt sie, dass sie beide Gefahr laufen, als Liebespaar dem Seeungeheuer geopfert zu werden. So verleugnet sie Fileno. Dieser erkennt die Gefahr nicht und hält nun Celia für untreu, will sie sogar erdolchen. Celia kann sich aber wehren. In diesem kleinen (Liebes)Kampf mischen sich nun ungewollt Amaranta und Perrucchetto ein, der auf seine grobe Art dem Treiben ein Ende setzten will. Doch blind vor Liebeswut bzw. Schutzbedürfnis wird munter weiter gestritten. 
Dem intriganten Priester Melibeo hingegen entgeht ihr wahres Verhältnis nicht und so schmiedet er schon Opferpläne. Nach einer eindringlichen Arie räumt Fileno verzweifelt das Feld, doch Celia folgt ihm aus Angst, er könnte sich etwas antun. 
Ein amüsanter Nebenschauplatz tut sich derweil auf: Amaranta ist erzürnt über den Schürzenjäger Perruchetto der zuerst Celia, dann Nerina nachläuft.
Melibeo stellt Celia vor die Wahl, entweder Lindoro zu heiraten oder zusammen mit Fileno dem Ungeheuer vorgeworfen zu werden. Celia klagt Nerina ihr Leid, doch hat sie von dieser keine Hilfe zu erwarten. Zur Überraschung Celias läßt nun Melibeo ihren Geliebten Fileno gefesselt herbeiführen, um Celia zu erpressen. Als Fileno hört, daß Celia Lindoro heiraten wird - was Melibeo hören will und soll -  packt ihn rasende Wut. Doch die Drohung vor dem Ungeheuer versiegelt Celia die Lippen. Als das Chaos vollends ausbricht stürzt, zu allem Überdruß noch eine Bande von Satyrn über die Gruppe herein und raubt Celia. 

Zweiter Akt
Fileno, durch Nerina von seinen Fesseln befreit, war mit den Hirten den Satyrn nachgesetzt, doch erreicht er nichts, da Celia selbst vor den Satyrn fliehen konnte. In diesem Durcheinander entwickelt Nerina so etwas wie Zuneigung zu Fileno, die es ihr in der Folge auch erleichtert, dem abweisenden und süffisant agierenden Lindoro mit spitzer Zunge Paroli zu bieten.
Da es Perrucchetto gelungen war, sich nach einen nicht ernst gemeinten Selbstmordversuch schnell wieder mit Amaranta zu versöhnen, beschließt der eifersüchtige Melibeo rasch zu handeln, um Perrucchetto aus dem Felde zu schlagen. Sein Plan sollte vor allem dazu dienen, die geliebte Amaranta wiederzugewinnen: Nerina soll sich in Fileno verlieben, was diese bereits getan hat, und Celia soll sich im Zorne Lindoro ergeben, um sich so an Fileno zu rächen. Schließlich hatte ihm Amarante am Beginn der Oper bei Erfolg ihres perfiden Hochzeitsplans ihre Hand versprochen. In der Folge erteilt Melibeo Nerina hinterlistige Ratschläge zu Eroberung von Filenos Herz. Wie er selbst sagt: Stolz und Ehre spielen dabei keine Rolle. Fileno seinerseits macht nun Nerina den Hof, um sich an der vermeintlich untreuen Celia zu rächen, die ihn, wie er bemerkt hat, belauscht. Sobald er abgegangen ist, beklagt sich Celia bitter bei Nerina, die ihr jedoch nur rät, von Fileno abzulassen.
Zu Ehren Dianas wird eine Jagd veranstaltet. Perrucchetto erscheint, von einem Bär verfolgt, und flüchtet auf einen Baum. Amaranta wird ihrerseits von Fileno vor einem Wildschwein gerettet. Perrucchetto klettert vom Baum und rühmt sich - da Fileno sich zurückgezogen hat - als den tapferen Retter. Doch Lindoro hat den Kampf beobachtet und entlarvt Perrucchetto als Lügner.
Fileno, von Verzweiflung getrieben, beschließt nun endgültig, den Tod zu suchen. Bevor er mit einem Speer seinem Leben ein Ende setzt, schnitzt er noch eine Botschaft in einen Baum, der neben einer "grausigen Grotte" wächst: "Per Fillide infidel morì Fileno" (Für Fillide, die Ungetreue, starb Fileno). Da seine Lanze aber in der Zwischenzeit zerbrach, verläßt er den Ort, um sich einen Felsen für seinen Todessprung zu suchen. Celia liest dies und vermutet Fileno in der Höhle. Sie geht hinein, um den Selbstmord zu verhindern.
Melibeos Intrige nähert sich dem Erfolg: Auf sein Geheiß lockt nun Nerina Perrucchetto in die Höhle, in die Celia sich kurz zuvor begeben hat, um ihren Fileno zu suchen. Dann erklärt Melibeo, dass die Göttin das neue Opferpaar bestimmt habe. Mit Opfergewändern und Blumen angetan werden Celia und Perrucchetto heraus geführt. Amaranta schwankt zwischen Mitleid und Wut über den ungetreuen Grafen. Nerina ist voller Reue, Fileno voller Verachtung für Celia. Nur der skrupellose Melibeo mahnt zur Eile, da man Diana nicht warten lassen dürfe. Der Akt schließt mit allgemeiner Bestürzung über einen Donner, der den Zorn der Göttin verheißt.

Dritter Akt
Vergeblich versucht Celia den geliebten Fileno von ihrer Unschuld zu überzeugen. Amaranta und Lindoro, von Nerina über Melibeos Intrigen unterrichtet, wollen ihn von seinem unheilvollen Vorhaben abbringen. Sie werfen Melibeo vor, dass nicht Diana das Paar auserwählt, sondern er ganz eigennützig die Wahl getroffen habe. Doch davon lässt sich Melibeo nicht mehr beirren.
Als schon alle Hoffnung für Celia und Perrucchetto verloren scheint, bietet sich Fileno als freiwilliges Opfer an, doch weniger aus Liebe zu Celia als vielmehr aus Rache: Durch seinen Tod muss sie weiterleben und damit zurechtkommen, dass er sich für sie geopfert hat. Als er nach vorne eilt, um sich in den See zu stürzen, verwandelt sich plötzlich die Szene: Diana erscheint und hebt gemäß des Orakelspruchs den Fluch, der über Cuma gelastet hat, auf: Er war einst verhängt worden, weil eine frevlerische Priesterin ein goldenes Herz aus dem Tempel geraubt und sich mit einem Liebhaber davongemacht hatte. Durch Filenos Tat besänftigt, bringt Diana es wieder zurück und schenkt den langersehnten Frieden. Fileno erhält seine Fillide, Amaranta wird Perrucchetto heiraten, der arglistige Priester Melibeo hingegen wird von Pfeilen durchbohrt. Die Oper endet mit dem Lobgesang auf die Milde der Göttin. 24

Libretto